Tankstellenbesetzung in München + + Internationaler Aktionstag von „Shell Must Fall“ + + Proteste gegen weltgrößten Mineralölkonzern

„Die Klimapolitik wird bei den Verhandlungen in Den Haag vollkommen untergraben. Vielmehr werden Hunderte Milliarden staatliche Unterstützung für Sektoren angeregt, die öl- und gasintensiv sind, wie Flughäfen und Transportunternehmen, um den Ölpreis nach oben zu treiben. Was wir brauchen ist ein Wandel zu einer dezentralen, demokratischen Energieversorgung und den Aufbau einer Wirtschaftsstruktur, die dem Klima, der Umwelt und Menschenrechten gerecht werden.“, sagt eine Aktivistin von Ende Gelände München.

Dienstag, 19. Mai 2020, München

Heute besetzten ca. 15 Aktivist*innen von Ende Gelände München für 3,5 Stunden eine still gelegte Tankstelle in München-Garching. Sie fordern im Rahmen der internationalen Kampagne „Shell Must Fall“ die Auflösung des weltgrößten Mineralöl und Erdgaskonzerns Royal Dutch Shell und eine gerechte Wende für die Arbeiter*innen in der fossilen Industrie. Anlass der Proteste ist die Hauptversammlung von Shell, die heute in Den Haag stattfindet. Fotos der Aktion werden hier zur Verfügung gestellt.

Im vergangenen Jahr brachten weltweite Klimaproteste die Ölpreise bereits zum Fallen und die COVID-19-Pandemie verursachte einen weiteren Absturz der Zahlen. In Den Haag wird daher dieser Tage über Steuererleichterungen, öffentliche Investitionen und die Verschiebung von bestimmten Klimaschutzmaßnahmen zugunsten des Shellkonzerns debattiert.

„Die Klimapolitik wird bei den Verhandlungen in Den Haag vollkommen untergraben. Vielmehr werden Hunderte Milliarden staatliche Unterstützung für Sektoren angeregt, die öl- und gasintensiv sind, wie Flughäfen und Transportunternehmen, um den Ölpreis nach oben zu treiben. Was wir brauchen ist ein Wandel zu einer dezentralen, demokratischen Energieversorgung und den Aufbau einer Wirtschaftsstruktur, die dem Klima, der Umwelt und Menschenrechten gerecht werden.“, sagt eine Aktivistin von Ende Gelände München.

Shell musste sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrmals für verheerende Umweltkatastrophen und Menschenrechtsverletzungen verantworten. So forderten die wiederauftretenden Ölverschmutzungen im Nigerdelta mehrere tausend Todesopfer und mehrere Hunderttausend Menschen verloren ihre Lebensgrundlage.

„Es ist untragbar, dass kriminelle Konzerne wie Shell nach wie vor gefördert und kapitalistische Interessen über wissenschaftliche Tatsachen gestellt werden. Die Klimakrise ist grausame Realität für Menschen in den Ländern des globalen Südens. Angesichts dessen muss die Förderung fossiler Stoffe wie Mineralöl, fossilem Gas und Braun- und Steinkohle sofort aufhören und sämtliche Infrastruktur der Ölindustrie sinnvoll umgenutzt werden.“, so die Aktivistin weiter.

Mit der Aktion wollen die Aktivist*innen ein Zeichen für einer gesellschaftliche Umgestaltung setzen. Die Aktion findet unter Berücksichtigung von Schutzmaßnahmen gegen das COVID-19-Virus statt. Die Aktivist*innen tragen Schutzmasken und halten Abstand zueinander.
Der Protesttag zur Kampagne „Shell Must Fall“ wurde von dem niederländischen Aktionsbündnis Code Rood ausgerufen. Ende Gelände München ist Teil des Bundesweiten Bündnisses Ende Gelände, das seit 2015 Massenaktionen gegen den Abbau von Braunkohle durchführt.

Mehr Informationen: https://code-rood.org/de/shell-must-fall/
Und via Twitter: @ShellMustFall @EG_Muenchen und @Klimaatactie
munich@ende-gelaende.org Jonas (Pressesprecher EG München): 0152 133 515 18
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